Eine Lösung für den Mittelstand als auch den Konzern
Preisgestaltung der SAP Business Data Cloud erklärt
Die SAP Business Data Cloud (BDC) bündelt verschiedene Data & Analytics Cloud Services in einem strategischen Paket. Die “harte Währung” hinter diesem Modell sind die sogenannten BDC Core Capacity Units (auch CUs).
Das Besondere: Diese CUs werden zentral für die gesamte Business Data Cloud kontrahiert und können flexibel durch die einzelnen Services – wie SAP Datasphere oder SAP Analytics Cloud – konsumiert werden.
Das monatliche Budget-Modell
Unternehmen entscheiden sich für ein festes Budget an Capacity Units, das ihnen jeden Monat zur Verfügung steht. Dies bietet zwar Planungssicherheit, birgt aber eine tückische Hürde:
Achtung: Kontrahieren Sie zu viele CUs, verfallen diese am Monatsende ungenutzt. Es gibt in diesem Modell in der Regel keinen “Übertrag” in den nächsten Monat.
Die strategische Herausforderung
Der wirtschaftliche Erfolg Ihrer Datenstrategie hängt somit maßgeblich von zwei Faktoren ab:
- Präzises Sizing: Die Ableitung des exakten Bedarfs zum Projektstart.
- Prognose der Hochlaufkurve: Eine realistische Einschätzung, wie schnell die Nutzung der Services im Zeitverlauf steigen wird.
Ein zu konservatives Sizing bremst die Innovation, während ein zu optimistisches Budget direktes Geld verbrennt.
Welches Sizing ist das richtige?
Die SAP Business Data Cloud Komponenten verstehen
Die einzelnen Services der SAP Business Data Cloud nutzen unterschiedliche Metriken, über welche sie SAP BDC Capacity Units verbrauchen. Zunächst ist es aber wichtig, die Anwendungszwecke und Funktionen zu verstehen, um die jeweilige Verbrauchsmetrik nachvollziehen zu können.
Ein Überblick über die einzelnen Services und deren Funktionen:
Aufgrund der vielfältigen Rollen & Funktionen innerhalb des SAP BDC Pakets sind die Sizing-Metriken sehr unterschiedlich.
Während das Sizing für die SAP Analytics Cloud klassischerweise “per Nutzer” ermittelt wird, sind es bei der SAP Datasphere bereits über zehn (10) Parameter – wie beispielsweise CPUs, RAM oder elastische Compute Nodes – welche berücksichtigt werden müssen. Eine detaillierte Betrachtung der Use Cases, der Ist-Szenarien sowie ein Ausblick auf die künftige Entwicklung mit einem erfahrenen Berater ist daher unerlässlich.
Customer Management Data Products
SAP BDC Core Capacity Units
Monatliches Wertguthaben, welches für den Konsum der einzelnen SAP BDC Services verwendet werden kann.
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Customer Managed Data Producs
Erlaubt die Erstellung eigener Datenprodukte zum Festpreis je Monat. Enthält ein Guthaben für SAP BDC CUs i.H.v. 1.000 CUs, die für obige Services verwendet werden können.
Jeder SAP Business Data Cloud Vertrag besteht mindestens aus zwei Positionen:
- SAP BDC Core Capacity Units
- Custom Management Data Products SAP Managed Data Products
Während SAP BDC CUs für obige Services genutzt und auf diese flexibel verteilt werden, müssen Unternehmen zwingend auch ein “Data Product” Paket erwerben.
Im Falle von Customer Management Data Products erwirbt der Kunde die Möglichkeit eigene Datenprodukte zu erstellen. Diese können beispielsweise über den zentralen Datenkatalog anderen Bereichen zur Verfügung gestellt werden. Mit dem Erwerb dieser Custom Management Data Products erhält ein Unternehmen zudem eine Gutschrift in Höhe von 1.000 CUs.
Alternativ können auch direkt SAP Managed Data Products erworben werden. Hierbei erhält der Kunde Zugriff auf Datenprodukte von SAP (siehe unten). Eine Kombination beider Pakete ist möglich.
Sizing Beispiele
Drei initiale Sizing-Vorschläge
Szenario: Minimum Sizing
Minimaler Einstieg für BI & Reporting.
Geeignet für Proof-of-Concept sowie initiale Hochlaufphase.
SAP Analytics Cloud
- BI-User: 25
SAP Datasphere
- Minimale Ausbaustufe mit Anbindung an SAP Systeme
Szenario: Gehobene Mittelstandslösung
Geeignet für Mittelstandsunternehmen mit ca. 300 aktiven BI-Anwendern und 40 Planern. Anbindung diverser SAP & non-SAP Daten für umfangreiche Reporting- & Planungsszenarien.
Umsetzung einer 2-Tier-Landschaft (Dev & Prod) für Enterprise-Grade Governance-Modelle.
SAP Analytics Cloud
- BI-User: 300
- Planung: 40 (Standard) + 1 (Professional)
- Test-User (Dev): 20
SAP Datasphere
- Umfangreiche Ausstattung und Leistungsfähigkeit inklusive “Object Store” zum Bau eigener Datenprodukte und Austausch von Daten mit Drittplattformen.
Szenario: Konzernlösung als Semantic Data Fabric
Einsatz der SAP BDC im Konzern für >1.000 Nutzer. SAP BDC stellt Daten aus SAP Systemen auch Drittsystemen (MS Fabric, Snowflake) zur Verfügung.
Komplexe BI- & Planungsszenarien im Konzern abgebildet auf einer 2-Tier Landschaft (Dev & Prod).
Nutzung von BW PCE für ein bereits “reduziertes” SAP BWonHANA im Rahmen der Wartungsverlängerung bis 2030.
SAP Analytics Cloud
- BI-User: 1.000
- Planung: 150 (Standard) + 2 (Professional)
- Test-User (Dev): 20
SAP Datasphere
- Hoch skalierende SAP Datasphere mit umfangreiche Reserven für viele parallele Nutzeranfragen
- Umfangreiche Nutzung des Object Stores für kostengünstige Datenspeicherung und SAP BW Datenentladung über BW Product Generator
SAP BDC Connect
- Bereitstellung von bi-direktionalen Verbindungen zum Austausch von Live-Daten mit Drittplattformen
SAP BW PCE
- Überführung des bestehenden BWs in die Private Cloud, um schrittweise auf SAP Datasphere und Datenprodukte zu migrieren und innovieren
Hinweis: Wir empfehlen dringend von der Nutzung von SAP BW PCE, eine mögliche Greenfield “Migration” zu prüfen, um die hohen Service-Kosten zu vermeiden und direkt von Innovationen zu partizipieren.
Nutzen Sie die Möglichkeit unseres unverbindlichen Strategiegesprächs.
Weitere Preiskomponenten richtig verstehen
Intelligent Apps & Datenprodukte in der Kalkulation berücksichtigen
SAP Managed Data Products (Die Datenbasis)
Schluss mit aufwendigen, manuellen ETL-Prozessen: SAP stellt fertige Datenprodukte direkt in der Business Data Cloud bereit.
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Das Prinzip: Wenn Daten aus SAP Anwendungen, beispielsweise HR-Daten aus SAP SuccessFactors, genutzt werden sollen, können diese über ein fertiges Paket (z.B. SAP Core Workforce), das die Daten inklusive vorbereiteter KPIs bereits enthält, bezogen werden.
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Der Vorteil: Die initiale Implementierung entfällt weitreichend. Zudem übernimmt SAP die Pflege – ändert sich das Quellsystem, wird das Datenprodukt durch SAP automatisch aktuell gehalten.
SAP Intelligent Apps (Die Visualisierung)
Diese gehen den logischen nächsten Schritt: Sie setzen auf den Managed Data Products auf und liefern die passenden Visualisierungen – meist in Form von vorgefertigten SAP Analytics Cloud (SAC) Stories oder programmierten Dashboards.
Das bekannteste Beispiel ist die App Networking Capital Insights, die umfangreiche Daten aus verschiedenen SAP Modulen vereint.
Der Business Case: Warum sich die Zusatz-SKUs lohnen
Diese Add-ons basieren auf eigenen Metriken, die sich oft an den Nutzerzahlen der Quellsysteme (z. B. SuccessFactors User) orientieren. Hier ist eine nüchterne ROI-Betrachtung unerlässlich: Die anfallenden Lizenzkosten für die Packages müssen direkt gegen die massiv eingesparten internen Entwicklungs- und Wartungskosten gerechnet werden. In den meisten Fällen rechnet sich der Kauf gegenüber dem “Eigenbau” sehr schnell.
Beispiele für verfügbare Intelligent Apps & Data Packages
Der Nr. 1 Fehler für Ihre BDC Einführung
Starten Sie nicht ohne klare SAP BDC Strategie
Viele Unternehmen planen Ihre Einstieg in die SAP Business Data Cloud über einen “Lift & Shift” Ansatz, welcher eine vermeintlich einfache Fortführung Ihrer SAP BW Systeme bis zum verlängerten Wartungsende 2030 verspricht.
Die immensen Kosten, welche ein solcher Ansatz in Form von BDC Capacity Units für die notwendigen SAP BDC BW PCE Services mit sich bringt, erfordern jedoch zwingend einen ROI Betrachtung.
Häufig ist eine Greenfield Implementierung deutlich günstiger. Die etwaigen SAP BW PCE Servicekosten, können in die Umsetzung von innovativen – auf die aktuellen Anforderungen passenden – Datenprodukten investiert werden. So können Unternehmen direkt von Innovationen aus dem S/4HANA System (z.B. dem Universal Journal) partizipieren und müssen nicht teuer die alten Lösungen bezahlen und auf künftige Innovationen warten.
Lassen Sie sich daher unverbindlich von uns in einem ersten Strategiegespräch beraten. Wir nehmen uns die Zeit mit Ihnen potentielle Wege in die SAP BDC zu diskutieren und planen mit Ihnen gemeinsam die notwendigen Schritte in einer ersten Roadmap.
Das Pricing der SAP Business Data Cloud bietet enorme Freiheiten – aber Flexibilität verzeiht kein Bauchgefühl beim Sizing. Wer seine Capacity Units nicht strategisch und datenbasiert plant, bezahlt am Monatsende für ungenutztes Potenzial. Unser Anspruch ist es, genau dieses Risiko auszuschließen und Ihr IT-Budget von Tag eins an abzusichern.
Dr. Tihamér Geyer, Manager